Blog für die, die was Gutes tun wollen.

Männer, spendet für diakonia!

Unterwegs auf der Suche nach Idealisten hatte ich das Glück, die diakonia zu besuchen und sogar ein Interview durchführen zu dürfen. Ganz richtig, ich meine die diakonia der Inneren Mission München und des evangelisch-lutherischen Dekanats München. Die Diakonie, die viele aus der Außenwerbung kennen.

Das Interview wurde mit freundlicher Unterstützung von Frau Antje Leist ermöglicht. Frau Leist ist eine studierte Politikwissenschaftlerin, die ihren erfolgreichen Abschluss an der Universität Heidelberg erworben hat. Umgezogen von Frankfurt am Main, wo Frau Leist sich im Rahmen einer Beratungstätigkeit für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzte, ist sie bei der diakonia seit Februar 2016 für die Leitung des Betriebs „Soziale Aufgaben“ zuständig.

Blog Idealisten: Frau Leist, was macht der Betrieb Soziale Aufgaben?

Frau Leist: „Dieser Betrieb ist vor zirka einem Jahr neu gegründet worden und umfasst drei Kleiderkammern, in denen Textilspenden an bedürftige Menschen kostenlos ausgegeben werden, sowie weitere soziale Bereiche in München. diakonia hat bekanntlich viele Initiativen ins Leben gerufen und betreibt unterschiedliche Aktivitätenbereiche. Einer davon besteht seit 20 Jahren: das ist diakonia secondhand mit seiner Textilsortierung und heute insgesamt acht Geschäften, in denen Spenden verkauft werden und wo in allen Betriebsteilen Menschen mit Handicap arbeiten. Bereits damals war die Basis-Idee, mit Textil- oder Sachspenden etwas für bedürftige Menschen zu unternehmen. Diese Idee wandelte sich und nahm verschiedene Formen an. Jetzt finden wir sie im Betrieb Soziale Aufgaben wieder. Übrigens: Soziale Aufgaben betreiben nicht nur drei Kleiderkammern. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Sozialberatung für Menschen in schwierigen Lebenslagen.“

Blog Idealisten: Könnten Sie ein Beispiel für die „schwierigen Lagen“ nennen?

Leist: „Gern ein kleines aktuelles Beispiel: Erst vor kurzem wurde im Rahmen dieser Beratung einer hochschwangeren Mutter mit zwei weiteren Kindern aus der Obdachlosigkeit geholfen. Das macht uns sehr glücklich. Man sieht, die Arbeit ist wirklich nicht umsonst.“

Blog Idealisten: So einen Betrieb aufzustellen und aufrechtzuerhalten ist bestimmt nicht einfach. Allein der Bereich Kleiderkammern ist eigentlich ein komplexes Unternehmen Was muss da alles mit berücksichtigt werden?

Leist: „In erster Linie braucht es Spenden beziehungsweise Finanzierung, denn die entsrpechende Infrastruktur und Logistik müssen aufgebaut werden – und dazu gehört viel: Personal, Räumlichkeiten, Ausstattung, Hilfsmittel, um Kleider zu sortieren, zu transportieren, aufzubewahren, ein Fuhrpark und vieles mehr.

Außerdem braucht man Partner, um den eigentlichen Gedanken hinter den Kleiderkammern zu realisieren.“

Blog Idealisten: Und dieser wäre?

Nachhaltigkeit! Die diakonia ist Mitglied im öko-sozial orientierten Dachverband FairWertung e.V., denn lediglich 10 Prozent der gesammelten Textilien können direkt an die Bedürftigen in München weitergereicht werden – der Großteil muss im Rahmen der Richtlinien von FairWertung sinnvoll weiterverarbeitet werden, um den Lebenszyklus der Textilien im Sinne der Nachhaltigkeit wenigstens zu verlängern, wenn schon der Herstellungsprozess in der Regel alles andere als nachhaltig verlief. Es entstehen dabei viele neue Produkte, wie zum Beispiel Isoliermaterialien oder Putzlappen.“

Blog Idealisten: Frau Leist, das hört sich nach viel Arbeit. Es ist bestimmt wichtig, dass man mit Überzeugung dabei ist. Was bewegt Sie persönlich?

Leist: „Mich persönlich bewegen mehrere Aspekte. Zum einen ist es der Wunsch, Menschen zu helfen, die in schwierigen Lagen sind. Das heißt Perspektiven schaffen, aber auch Not lindern, indem man die notwendige Versorgung gewährleistet. Zum anderen ist es der Aspekt der Nachhaltigkeit und Ökologie. Es ist heutzutage kein Geheimnis mehr, dass die heutige Textilproduktion – hoffen wir, ein Auslaufmodell – großenteils nicht unter optimalen Bedingungen, nicht aus optimalen Materialien und schließlich nicht unbedingt gegen entsprechende Entlohnung betrieben wird. Man möchte an dieser Stelle ansetzen – und möglichst viele Menschen über die Zustände informieren, was diakonia als verantwortungsbewusster Altkleidersammler tut. Dies verändern. Aber auch: Die Nutzungsdauer der Textilien verlängern, Kosten relativieren. Letztendlich sind wir ein evangelischer Tendenzbetrieb und folgen dem diakonischen Auftrag, Menschen unabhängig von ihrer sozialen Stellung, ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder Religion zu helfen – hier in München, aber indirekt auch in ganz anderen Weltgegenden.“

Blog Idealisten: Das ist sehr inspirierend. Ich möchte nochmal kurz auf die Kleiderkammern zu sprechen kommen: Frau Leist, wer ist die wichtigste Zielgruppe für die Sachspenden? Für wen wird es betrieben?

Leist: „Es werden sowohl Sach- als auch Textilspenden gesammelt. Dies dient in erster Linie der Schaffung von Arbeitsplätzen – vor allem für Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Handikap. Die nächste Aufgabe ist, die bedürftigen Menschen mit Textilien zu versorgen. Dabei wird nicht unterschieden, wen man unterstützt. Es sind nämlich alle bedürftige Menschen im Fokus, die es in München gibt.“

Blog Idealisten: Machen Sie das auch für Flüchtlinge? Und wenn ja, gibt es dabei ein differenziertes Vorgehen?

Leist: „Für Flüchtlinge wird im Rahmen der Übergangsversorgung sehr viel gemacht. Es gibt auch hier keinen Unterschied, woher sie gekommen sind und welchen Hintergrund die Flüchtlinge haben.“

Blog Idealisten: Seit wann werden die Flüchtlinge unterstützt?

Leist: „Flüchtlingsversorgung betreibt diakonia in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat der Landeshauptstadt München bereits seit Herbst 2014. Den Betrieb Soziale Aufgaben hat man dann etwas später gegründet, um diesen neuen Betriebsteil sinnvoll zu strukturieren. Dieser Bereich wird durch das Sozialreferat der Landeshauptstadt München finanziert. Es handelt sich um einen Notfall-Topf, wobei die Stadt die Flüchtlingsunterstützung sehr schnell in die Wege geleitet hat.“

Blog Idealisten: Wie erleben Sie die Flüchtlinge?

Leist: „Man erlebt sie einerseits als Menschen, die alle gleich in Not sind. Andererseits hat man natürlich verschiedene Eindrücke bei unterschiedlichen Menschen. Die einen erscheinen auf Anhieb frohgemut und freundlich, die anderen wirken eher etwas getrübt auf Grund der Erfahrungen, die sie durchmachen mussten. Man spürt bei manchen Menschen mit Fluchthintergrund, dass sie durch den „Verteilungskampf“ etwas gedämpft wirken. Ein Hinweis darauf, dass der Bedarf nicht mit Spenden gedeckt ist.“

Blog Idealisten: Wie groß ist die Spendenbereitschaft in München?

Leist: „Die Spendenbereitschaft in München hat in den Jahren 2014 und 2015 massiv zugenommen und ist nach wie vor sehr groß. Im letzten Jahr blieb sie dann erfreulicherweise auf einem stabilen Niveau von zirka 2.000 Tonnen Textilien pro Jahr.“

Blog Idealisten: Gibt es auch Großspenden?

Leist: „Ja, zum Beispiel spenden manche Fashion-Unternehmen beeindruckend viele Textilien, wenn sie ihr Sortiment bereinigen wollen. Dazu müsste man vielleicht sagen, dass sie es auch an Verwertungsgesellschaften verkaufen können, das ist branchenüblich.“

Blog Idealisten: Gibt es unter den Großspendern auch eine Art Mäzen?

Leist: „Eine Mäzenin oder einen Mäzen [lacht] im eigentlichen Sinne eher weniger, aber sie sind extrem gewünscht und willkommen!“

Blog Idealisten: Frau Leist, was wünschen Sie sich beziehungsweise was wünschen sich die Sozialen Aufgaben von diakonia für die Zukunft?

Leist: „Es sind mehrere Punkte, die man dabei benennen möchte. Zum einen bekommen wir sehr viele Textilien für Frauen gespendet. Tatsächliche Lage ist, dass die meisten angekommenen Flüchtlinge männlichen Geschlechts sind. So ergibt sich eine Lücke, die geschlossen werden muss. In diesem Sinne würden wir uns freuen, wenn mehr Textilien gespendet werden, die für Männer geeignet sind. Zum anderen wünschen wir uns, dass unsere Aktivitäten weniger als eine Krisentätigkeit gesehen werden, sondern zunehmend als etwas, das bei der rasant steigenden Armut in der Stadt München immer nötig ist und sein wird. Aber wir streben an, dass bedürftige Einheimische wie Flüchtlinge bei uns zu sehr billigen Preisen einkaufen können statt die Stücke kostenlos zu bekommen. Das hängt damit zusammen, dass „Almosen geben“ oder „mildtätige Abgaben“ bei bedürftigen Menschen den Eindruck erweckt, dass sie irgendwie schwach oder minderwertig sind, was nicht besonders förderlich ist. Letztendlich wären wir glücklich, wenn die Armut in der Stadt München abnimmt. Laut dem aktuellen Armutsbericht ist leider das Gegenteil der Fall.“

Blog Idealisten: Frau Leist, besten Dank für Ihre Zeit und Ihren Einsatz. Noch eine abschließende Frage: Wie kann man Sie unterstützen?

Leist: „Geld spenden! Denn so können wir zum Beispiel der Problematik entgegenwirken, dass zu wenig Herren-Textilien gespendet werden.“

Nach dem Interview war ich begeistert. Begeistert davon, wie professionell und nachhaltig diakonia ihre Arbeit macht, wie ansprechend und hochqualitativ sie die Kommunikationsarbeit betreibt – übrigens: die Mitarbeiterzeitung von diakonia ist sehr empfehlenswert – und zeigt, auf welchem hohen Niveau der Betrieb, den ich auch besucht habe, organisiert ist. Bravo. Da bekommt man irgendwie das Gefühl, dass etwas in dieser Welt doch stimmt. Etwas ist richtig. Etwas ist gut. Ein guter Grund, um dankbar zu sein.

Übrigens: letzte Woche Donnerstag gab es im Bayerischen Nationalmuseum eine Secondhand Fashion Vorführung. Dabei war die diakonia sehr gut vertreten und man hat gesehen, was man noch mit den gespendeten Klamotten anstellen kann. Ich stelle daher hier einige selbst geschossenen Fotos zur Verfügung. Zugegeben: die Fotos sind nicht bester Qualität – ein Profi-Fotograf bin ich leider nicht. Dennoch kann man an diesen schon erkennen, dass es ein Top-Event in einer Top-Location war und dass es wirklich viel Spaß gab. Was man auch an diesen wenigen Fotos erkennen kann, ist dass Damen beziehungsweise Damenbekleidung Oberhand gewinnt –

nicht nur, weil ich gerne Damen fotografierte;)

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Männer, spendet für diakonia!

Heldenmarkt in München

Letztes Wochenende besuchte ich die Veranstaltung Heldenmarkt in München, weil der Name offenbar etwas mit Idealisten zu tun hat:) und … fand es geil. Im Folgenden schreibe ich warum.

Idealisten auf Heldenmarkt
Blog Idealisten besucht Heldenmarkt in München

Auf der Fläche des MVG Museums in Giesing haben sich mehrere Heldinnen und Helden gesammelt, um sich und eigene Beiträge zu einer nachhaltigen Wirtschaft vorzuzeigen und natürlich für zukünftige Projekte zu werben. Es waren zirka 100 Aussteller dabei und ziemlich viele Besucherinnen und Besucher, was ich angenehm fand – Gutes Tun scheint doch irgendwie nicht ganz in Vergessenheit geraten zu sein.

Vertreten waren beispielsweise Firmen, die sich für Fair-Trade einsetzen und auf diesem Wege Textilien produzieren lassen. Ein Anbieter bedruckt zum Beispiel seine Textilien mit Kindermalerei aus Afrika, verkauft diese Textilien in Deutschland und fördert auf diesem Wege die Kids, die er im Rahmen seiner sozialen Projekte kennen gelernt hatte – finde ich genial!

Übrigens: unter den gebotenen „Klamotten“-Arten fand man auch Taschen, die nach Recycling-Verfahren erstellt worden sind und doch sehr modisch sowie attraktiv wirkten. Das ist auch ein ganz anderes Gefühl – muss ich sagen – wenn man eine Tasche in der Hand hält, die so viel „erlebt“ hat:) und dazu noch „handmade“ ist.

Ebenso gab es mehrere Bio-Nahrungsmittel-Anbieterinnen und Anbieter, wobei die Angebote von Kaffee über Milch, Kuchen, Müsli, Brotaufstrich jeglicher Art bis in die regionalen Brotsorten reichten. Auch bekannte Namen wie Fritz-Cola habe ich dort gesehen.

Sogar Literatur- und Möbel-Herstellerinnen und -Hersteller waren auf dieser noch vergleichsweise kleinen, doch schon sehr feinen Messe anwesend.

Ich habe in der Regel den Eindruck, dass Mehrheit dieser Helden irgendwie als eine „Randgruppe“, die „Ökos“ oder ähnlich betrachtet werden, wobei ich gestehen muss, dass bei vielen dieser Menschen der Auftritt schon ziemlich professionell wirkt. Nicht nur das. Auch die Geschäftsmodelle dahinter scheinen sehr wirksam und vor allem bodenständig aufgestellt zu sein. Also nicht nur Träumerei.

Man möge die Anwesenheit solcher Marken, wie beispielsweise BKK, GLS Bank, DriveNow, Naturstrom, UmweltBank sowie Süddeutsche Zeitung als eine Art Beweis für die Seriosität der Messe sehen.

Da ich mit einigen der Aufsteller in Gesprächen bin, kann ich sagen, dass sie eine gewisse Motivation haben, die nicht nur auf Profit-Jagd fußt. Einen Idealismus – würde ich sagen. Denn den Idealismus gibt es ja nicht. Ob dabei solche Werte, wie Heimat-Verbundenheit, Natur-Verbundenheit, Gesundheit, gesunde Ernährung, faire Arbeitsbedingungen (was sehr viel auch mit Menschenrechten zu tun hat), Förderung nachhaltiger Wirtschaft in der Region oder auch weltweit im Vordergrund stehen, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Wichtig ist, dass diese Menschen von diesen Werten – oder Ideen – angetrieben und bewegt werden. Es ist auch nicht schwer zu verstehen. Wenn man solche Werte lebt, will man bestimmten Mehrwert für sich und eigene Umgebung oder auch für die ganze Welt erreichen. Dieser Mehrwert kann sehr wohl auch emotionaler Natur sein. Gutes Gefühl, gutes Gewissen, das Gefühl, dass man für die Zukunft eigener Kinder das Richtige getan hat, innere Sicherheit, dass man eigenem Herzen folgte und genug Mut aufbrachte, um auch mal gegen Mainstream und Profit-Brainwash zu sein – das sind durchaus realistische Beispiele für einen nicht zu unterschätzenden emotionalen Mehrwert.

Ich möchte an dieser Stelle nicht sagen, dass Profit an sich schlecht wäre. Keinesfalls. Aber die eigene Existenz, eigenes Wesen, eigene Ganzheitlichkeit auf diesen zu begrenzen, wäre fatal. Man verpasst so viel!

Folglich ist Idealismus in diesem Sinne doch etwas Gutes. Ich glaube daran.

Ich war diese Woche auch auf einem Event, in welchem sehr viel über wirtschaftlichen Erfolg geredet wurde. Auch mit der Motivation

Mein Kind, ich habe immer getan, was ich wollte, und Du sollst es auch. Genauso wie ich. Hauptsache, dass Du glücklich bist“ wurde geworben.

Ich muss sagen: auch wenn es so natürlich attraktiv klingt, ist es nie ehrlich. Denn ich kenne keinen einzigen Menschen, der immer nur das getan hätte, was man will.

Das ist auch manchmal ganz gut so. Gut ist es, einzusehen, dass man in der Welt nicht die oder der Wichtigste ist, nicht die oder der Einzige. Nein, ich plädiere hier nicht für Sozialismus, sondern für Verständnis dessen, dass alle Menschen – egal wie unterschiedlich sie sind – doch global gesehen ähnlich und gleich wertvoll sind. Das ist schwierig. Schwierig, weil global. Und global in dem Sinne ist nicht mit menschlichen Augen zu sehen. Doch lassen wir hier lieber die Metaphysik beiseite.

Ganz praktisch: gegen eine Eintrittsgebühr in Höhe von acht Euro konnte ich auf dem Heldenmarkt nicht nur Bekanntschaften knüpfen, sondern auch einen Überblick über aktiv wachsende nachhaltige Wirtschaft in Deutschland (und Österreich) bekommen. Auch gute Print-Ausgaben aus dem Bereich – das beliebte Ziel von Sammlern auf Messen – konnte man kostenfrei mitnehmen. Nachfolgend stellte ich fest, dass manche der Ausgaben im Preis pro Stück teurer waren als die Eintrittsgebühr – gespart wird also auch.

Kurzum: die Messe ist echt eines Besuches wert! Weitere Informationen findet man bestimmt auf der folgenden Webseite: http://www.heldenmarkt.de/. Der nächste Heldenmarkt ist allerdings erst im September und etwas weit von München: Düsseldorf.

Unglaublich! Ich mache hier sogar kostenlose Werbung für sie:) Muss man echt verdient haben.

Flüchtlingsthema – Fortsetzung

Etwas gedauert, aber hier bin ich wieder. 

Das Thema „Flüchtlingen helfen“ scheint so ein bisschen im Sande zu verlaufen. Und ich muss sagen, nach mehreren Gesprächen bekomme ich den Eindruck, dass das Thema auch nicht ganz ohne ist. Ich möchte hier keine „Verschwörungstheorien“ verbreiten – die gibt es eh zu viele, aber man bekommt schon den Eindruck, dass das Thema Flüchtlinge in Deutschland nicht nur in den Medien kompliziert ist.

Natürlich ergibt auch eine oberflächliche Google-Recherche (wie im vorletzten Beitrag dargelegt) manche Namen von teilweise sehr aktiven Organisationen, die für Flüchtlinge beispielsweise in München viel machen: Online-Geldspenden, Container für Altkleider, Sammelstellen für Sachspenden, Unterstützung mittels Sprach- und Integrationskurse (Deutsch müssen die Flüchtlinge tatsächlich lernen – egal, welche politische Ausrichtung man zu pflegen mag, solange die Flüchtlinge hierzulande sind, ist es nun mal sinnvoll, dass sie sich mit der Umwelt auch verständigen können), et cetera.

Wohnungsanlagen werden den Flüchtlingen auch zur Verfügung gestellt. Leute kümmern sich wohl wahrscheinlich um die Verpflegung und Ernährung, denn sonst würden sich Meldungen zu unmenschlicher Behandlung schon häufen – hoffe ich. Es gibt auch andere interessante Projekte, über die man erfährt, wie zum Beispiel die von „buntkicktgut“ (siehe den letzten Beitrag hier im Blog).

Also es wird nicht wenig getan. Auch wenn man durch die Massenmedien schon eher mit dem Eindruck zurückbleibt, dass man immer noch diskutiert, ob Flüchtlinge in Deutschland zu haben, gut oder schlecht ist – auch wenn sie längst da sitzen und die ganze Debatte mit beobachten. In sozialen Medien bekommt man zum Thema wesentlich mehr mit – wenn man sich nicht gerade mit anderen Themen und Contents zudeckt.

Allerdings bleibt das Thema – wie gesagt – nicht ohne. Wahrscheinlich vor allen Dingen, weil viele sich politisch noch unsicher fühlen. Man weiß quasi nicht, was zukünftig kommt. Des weiteren ist hierzulande doch eine lebendige (und gelebte) Demokratie gegeben – ein Segen, den man schätzen und schützen muss. Die Demokratie beinhaltet unter anderem ein politisches System, in dem sowohl Regierungsparteien als auch Opposition ernst zu nehmen sind. Auch bedeutet es, dass die Presse verschiedene Meinungen abbildet – es ist übrigens gesetzlich vorgeschrieben. Die Kehrseite ist, dass man im Kampfzustand leben muss, und auch mit den politischen Kräften rechnen muss, die die Flüchtlinge in Deutschland nicht haben wollen – geschweige ihnen helfen. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass insbesondere im dritten Sektor Deutschlands diese Verhältnisse gut spürbar sind, denn Zuwendungen und Patronage sind manchmal politisch gefärbt, und das ist kein deutsches, sondern ein menschliches Phänomen. Allerdings eines, was so ein bisschen „stinkt“. Wie dem auch sei, könnte eine politisch gefärbte Zuwendung beziehungsweise Patronage – rein theoretisch – eine gewisse stillschweigende Wunschäußerung bedeuten, die mögliche „Helfer“ zu einem eher dezenten Verhalten motivieren. Andererseits fühlen sich eventuell auch Groß-Sponsoren, wie Firmen, ebenso unsicher, und vermitteln ihre Unsicherheit gewünscht oder ungewünscht. Als Folge hält man den Ball weiterhin flach. Das heißt, auch wenn etwas gemacht wird, wird davon nicht viel berichtet – das ist jetzt reine Spekulation natürlich. Auch wenn daran etwas wäre, müsste man hierbei eine gewissermaßen positive Seite anmerken:

Ein antikes Dokument, was der Welt unter dem Namen „Bibel“ bekannt ist, berichtet über eine Person namens Jesus Christus, dessen Geburtstag (fast) die ganze Welt seit zirka 2000 Jahren feiert. Wahrscheinlich kennt fast jede/r, die oder der in einer christlichen Kultur aufgewachsen ist, den von Christus stammenden Satz „Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut“ (Matthaeus-Evangelium, Kapitel 6, Vers 3) – für viele Menschen auch ein Ideal. Wenn man dazu noch den Kontext liest, wird klar, dass man mit seinen sozialen Unterstützungsprojekten nicht unbedingt angeben sollte – schließlich ist dabei etwas anderes im Fokus, nämlich helfen.

Und solange dies im Fokus ist und tatsächlich getan wird, könnte man eigentlich dankbar sein. Trotzdem wünscht man sich (rein subjektiv) in diesem Bereich etwas mehr Informationen.

Die Bunten Kicker

Auf der Suche nach sozialen Projekten und Idealisten in München lernte ich die „interkulturellen straßenfußball-ligen“ namens buntkicktgut kennen: Bereits seit 1996 beweist die Organisation, dass es Sprache gibt, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus unterschiedlichsten Kulturen, sozialen Herkünften und Religionen zusammen bringen kann: Fußball!

Street Football Buntkicktgut
Foto: Straßenfußball vom Feinsten, Autor: Sebastian Schulke, www.buntkicktgut.de

Das Team, das in München im Kern aus elf Mitarbeitern und knapp 30 festen Freiwilligen (Street Football Worker) besteht, hat viel bewegt und setzt die Mission von buntkicktgut erfolgreich fort. Sie werden durch Partner und Freunde sowie Spenden unterstützt. Die Street Football Worker arbeiten mit mittlerweile über 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (Stand: 2015) aus unterschiedlichsten Herkunftsländern – 100 an der Zahl! Ich meine, wenn man sich bei jemandem über die Interaktion verschiedener Kulturen erkundigen will, dann würde ich buntkicktgut jedenfalls in Erwägung ziehen.

Die Arbeit ist professionell gestaltet: Einerseits wird mit einem Liga-System gearbeitet, in dem Jungs (von U11 bis Ü17 – Alterskategorien: von sieben bis 22) und Mädels (U13 – U17) auf Bolzplätzen, in Hinterhöfen, Parks oder einfach auf der Straße Fußball spielen. Andererseits werden in die Arbeit professionell entwickelte pädagogische Konzepte integriert, die für eine nachhaltige Wertevermittlung sorgen. Das alles – übrigens – nicht nur in München.

Und wenn man schon über die Werte spricht: buntkicktgut etabliert bzw. festigt Fairness, Toleranz, Partizipation und Gewaltfreiheit im Bewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, fördert ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, in dem die Kinder und Jugendlichen die „interkulturellen straßenfußball-ligen“ selbst mitgestalten. Dadurch will buntkicktgut nicht nur möglichen Konflikten und Gewalt präventiv begegnen, sondern auch Jugendkriminalität reduzieren – gute Arbeit!

Meines Erachtens ist diese Arbeit unheimlich wichtig. In einer Zeit, in der es so viele Kräfte gibt, die Abgrenzung und Protektionismus popularisieren und daraus wieder mal ein „der Stärkere überlebt“ machen, ist sie sogar notwendig. Umso dankbarer ist man für die, die sich für Offenheit und Integration der Abgegrenzten in ein buntes und friedliches Ganzes bemühen.

Foto: Street Football Worker (vorne) mit Nachwuchskickern von buntkicktgut, Autor: Sebastian Schulke, www.buntkicktgut.de
Foto: Street Football Worker (vorne) mit Nachwuchskickern von buntkicktgut, Autor: Sebastian Schulke, www.buntkicktgut.de

Die Integration wird bei buntkicktgut nicht nur durch das Fußballspiel, sondern auch durch den „Liga-Rat“ gelebt, der sich aus einzelnen Kindern und Jugendlichen zusammensetzt. Im Liga-Rat werden Konflikt- und Problemsituationen aus dem Ligaalltag thematisiert und an deren Lösung gemeinsam gearbeitet. Das fördert bei den Partizipierenden ein besseres Bewusstsein für die Probleme, die während der Spieltage in der Liga auftreten können.

Und das ist bei Weitem nicht alles, was buntkicktgut seinen Kindern und Jugendlichen bietet: So gibt es noch das eigene Straßenfußball-Magazin „buntkicker“, Ferienangebote mit Fußball- und Ernährungsworkshops oder Trainingseinheiten für Flüchtlinge. Einmal im Jahr findet der FC Bayern Youth Cup statt, ein internationales Turnier für Jugendspieler, bei dem buntkicktgut mit seinen Spielern das „Team Germany“ stellt (Mehr Details dazu kann man auf www.buntkicktgut.de finden).

Foto: buntkicktgut Sommerfest 2014, Autor: Samir Sakkal, www.buntkicktgut.de
Foto: buntkicktgut Sommerfest 2014, Autor: Samir Sakkal, www.buntkicktgut.de

Der Motor dahinter ist die Idee: „Ein Ball – zur interkulturellen Begegnung und Integration – präventiv wirksam im Hinblick auf Jugendkriminalität und den Umgang mit Gewalt„. Mit dieser Idee starteten Rüdiger Heid, Memo Arikan und Hans-Peter Niessner im Jahr 1996 – spannend: wie viel eine Idee seit nun schon 20 Jahren bewegen kann!

Skeptiker mögen vielleicht auch dieses Projekt auf langfristige, soziologische, ökonomische und sogar politische Effekte reduzieren. Doch ohne Idealismus dahinter ist es in der Regel schwer, für den Erfolg ausreichend Leidenschaft an den Tag zu legen. Diese Leidenschaft spürte ich im Gespräch mit Herrn Heid, und fand es toll, dass er nach so vielen Jahren immer noch für die Idee brennt. Viel Erfolg für buntkicktgut weiterhin!

Flüchtlingen helfen – Links im Netz

Ergebnisse einer kurzen Recherche im Netz zum Thema „Flüchtlingen helfen“:

Im aktuellen politischen Getümmel sind die großen Medien gut beschäftigt. Man bekommt aus den Medien viel mit zu solchen Fragen, wie: Ob Flüchtlinge (noch) aufgenommen werden? Wie viele Flüchtlinge aufgenommen werden? Ob Nazis wieder etwas gegen die Flüchtlinge getan haben? Ob die Aufnahme von Flüchtlingen gut oder schlecht ist? Ob wir mit ihrer Kultur und Religion klar kommen? …

Was meines Erachtens jedoch wenig zu Sprache kommt, ist, was Gutes für Flüchtlinge in Deutschland getan wurde oder gerade getan wird. Oder auch: Welche sind die Möglichkeiten, sich aktiv an Hilfe für Flüchtlinge zu beteiligen. Hm, vielleicht ist es auch die Frage, worauf man so achtet…

Wie dem auch sei, begann ich eine kleine Recherche. Der erste Schritt war eine Google-Recherche (für München), und hier sind ein paar Links, die mir schnell aufgefallen sind:

Münchner Freiwillige – Wir Helfen e.V. organisieren Spenden- und Unterstützungsprojekte,

Flüchtlingshilfe München e.V. bieten Flüchtlingen beispielsweise Sprachkurse und andere Unterstützungsprojekte an.

Münchner Flüchtlingsrat organisiert z.B. Radio-Sendungen zu entsprechend relevanten Themen, Hilfe bei Abschiebungen wird ebenfalls angeboten.

Bei einer Sachspenden-Aufnahmestelle von diakonia war ich auch schon selber mal – kann man auch online gut finden.

Ein spannendes Projekt ist in meinen Augen helpdirect.org (nicht nur für Flüchtlinge).

Da mich das Thema weiterhin interessiert, will ich auch weiterhin dazu etwas schreiben. Dies hier ist für diejenigen, die was Gutes tun wollen, schon mal ein erster Schritt.

Schönes Wochenende für Alle!

Enemy mine – Geliebter Freund

Am Grübeln über den nächsten Beitrag… Wahrscheinlich kennen es viele Bloggerinnen und Blogger – jetzt kenne ich es auch:)

Ich habe länger überlegt, welche Lebensgeschichte ich hier poste, die von einer karitativen (also helfenden) Tat erzählt, die dazu auch noch idealistisch motiviert ist. Und dann ist mir etwas aus Familiengeschichten eingefallen, das sich im Zweiten Weltkrieg ereignete. Die Geschichte erinnerte mich an den Film „Enemy mine – Geliebter Freund“ aus dem Jahre 1985 (mit Hauptdarsteller Dennis Quaid). In dem Film handelt es sich um einen Krieg im Weltall – natürlich wie es im Kino oft ist, einen Krieg zwischen Menschen und Außerirdischen, wobei auch klar zu sein scheint, wer die Bösen sind. Der Protagonist gerät in eine missliche Lage, in welcher er vom Feind gerettet wird – so fängt eine echte Freundschaft an, die vieles im Inneren der Beiden ändert…

Die Geschichte, die mir eingefallen ist, ist prinzipiell sehr einfach, doch – zumindest für mich – bewegend. Meine Familienwurzel führen in die Ukraine. Es war in den 1940er Jahren, als die deutschen Soldaten sich Kiew näherten. Meine Oma und ihre erste Tochter lebten in der Gegend. Die Zeiten waren schwer. Man konnte verschiedene Dinge erwarten. Es war klar, wer die Bösen waren. Und nicht ohne Grund.

Doch eines Tages erschien beim Haus der Oma ein tatsächlich unerwarteter Gast – zumindest auf diese Art unerwartet. Es war ein deutscher Soldat, der offenbar nicht vorhatte, in dem Moment jemanden anzugreifen. Was er machte war Zweierlei: der älteren Tochter von meiner Oma gab er einen Schokoladenriegel und meiner Oma sagte er nur: „Mütterchen, nimm Deine Familie, und lauf – so schnell und soweit Du nur kannst. Bald werden hier die deutschen Soldaten eintreffen…“.

Meine Oma tat, was ihr gesagt wurde. Natürlich benachrichtigte sie so viele Menschen, die sie nur konnte. Es passierte, wie es damals kommen musste: kurz danach gab es vor dem Ort Zerstörung und Krieg. Heutige Fotos und Filme können einem ein wenig darüber erzählen. Auch wenn man heute Nachrichten über Ostukraine, Syrien oder ein anderes Gebiet, in dem es noch keinen (richtigen) Frieden gibt, mitbekommt, könnte man es mit der Zeit im Zweiten Weltkrieg vielleicht ein bisschen vergleichen. Der Zweite Weltkrieg hatte jedoch ein noch größeres Ausmaß an Zerstörung.

Doch meine Oma, ihre Familie und viele Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes wurden gerettet, weil sie noch am selben Tag den Ort verließen. Wenn ich den Gedanken weiterverfolge, muss ich zwangsläufig anerkennen, dass es auch mich möglicherweise nicht gegeben hätte – später – wenn nicht der deutsche Soldat damals. Allerdings einer, der offenbar nicht im Sinne seiner Befehlsgeber handelte. Einer, der offensichtlich eine karitative Tat wagte – die ihn übrigens auch Einiges kosten konnte. Einer, der was Gutes tat.

Was motivierte ihn? Welches Ideal war das?

 

Wünsch Euch gute Woche

Mit nächtlichen Grüßen

Madmax

Soziale Gleichheit – ein Ideal in Deutschland

Übliches Durchstöbern im Freitagsabendnetz und ein interessanter Gedanke an Ideale:

Soziale Gerechtigkeit wird von vielen gewünscht, von manchen als ein Ideal gesetzt und verfolgt, von anderen ausgelacht als ein Ding der Unmöglichkeit.

Da es so viel  Polarisierung gerade hinsichtlich dieses Ideals gibt, forscht die Wissenschaft fleißig und differenziert den Begriff soziale Gerechtigkeit in viele verschiedene Facetten, z.B. Einkommensverteilung zwischen Frauen und Männern in Deutschland. Das Thema gehört auch dazu. Es wird in den Medien letzte Zeit so oft penetriert, dass oft das Gefühl entsteht: „es muss doch schon irgendwas passieren!“. Man hat den Eindruck, dass es bereits besser geworden ist, und wahrscheinlich wird es besser. Vor ein paar Jahren hörte ich von einer Kluft i.H.v. ca. 25%, heute lese ich auf destatis-Seite: „21%“: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/03/PD16_097_621.html;jsessionid=C2539F22AC858356A9D9F84EBA48863F.cae4

Nun ist es – trotz eines noch vorliegenden Unterschieds – eigentlich eine gute Nachricht für Frauen in Deutschland. Interessant finde ich dabei zwei Sachen:

zum einen basiert das Streben nach dieser Art der sozialen Gerechtigkeit – nach gerechter Einkommensverteilung zwischen Frauen und Männern in Deutschland – auch auf Idealen. Menschen glauben, dass es diese Gerechtigkeit geben muss. Sie tun etwas dafür. Und sieh: es entsteht mit der Zeit eine gewünschte Gerechtigkeit.

Zum anderen finde ich – reine Selbstbeobachtung – es interessant, dass es mich als Mann für die Frauen aufrichtig freut. Es muss doch auch etwas mit Idealen zu tun haben. Denn rein egoistisch wäre es nicht mal in meinem Sinne. Doch ich finde es gut.

Ideal der gemeinsamen Menschenrechte

Gerade habe ich mir mal wieder die Präambel der Menschenrechte durchgelesen. Übrigens: kann unter http://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte#prambel gefunden werden.

Ich fand es höchst interessant, dass die Entscheidungen, die politisch und medial auch heute noch – und das Gott sei Dank – unglaubliche Wirkung haben, eben idealistisch motiviert sind! Natürlich nicht nur, und es ist tatsächlich schwer, klare Grenze zwischen reinem Idealismus und einem nüchternen Pragmatismus zu ziehen.

Die interessanten Stellen in der Präambel sind m.E.

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt“,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Men-schenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechti-gung von Mann und Frau“

und

diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal“.

Die Menschenrechte sind ein seriöses Werk. Diejenigen, die ihren Anspruch auf diese Rechte – egal in welchem Teil dieser Welt – durchsetzen mussten, wissen es am besten. Solche Menschen sind Zeuginnen und Zeugen dessen, wie entscheidend dieses Werk für einzelne Menschen und sogar Gesellschaften sein kann.

Interessant wäre in diesem Kontext vielleicht mal ein Gespräch mit einem negierenden Buddhist, der auf Grund von seinem Glauben sagen würde, dass es nicht nur die Menschenrechte, sondern auch alles Andere nicht gibt:)

Aber auch wenn, würde sich m.E. eine regelmäßige – immer wieder aufs Neu – Erschaffung der Menschenrechte lohnen. Die bewusste Anerkennung, der Glaube und das Bekenntnis zu „grundlegenden Menschenrechte[n], [der] Würde und [dem] Wert der menschlichen Person und [der] Gleichberechtigung von Mann und Frau“ würden sich lohnen.

Ein erstes Mal Gute Tageszeit! Oder: Warum dieser Blog…

Ein erstes Mal Gute Tageszeit!

Dieser Blog erblickt die Welt aus folgendem Anlass: Heutige Zeiten zwingen Idealistinnen und Idealisten nicht selten in die Knien vor der Realität des Lebens. Diese ist jedoch von uns Menschen mitgestaltet. Wir machen sie zu dem, was sie ist. Hier und Jetzt.

Als das Gegenpol zum Idealismus wird im Rahmen dieses Blogs nicht etwa der Materialismus, sondern eher der (bis in das Extreme überspitzte) Pragmatismus gesehen. Der Grad an Pragmatismus, der die Menschen einerseits flexibel wie Wasser sein lässt, und aber andererseits jegliche Werte und Glaubenssätze dermaßen relativiert, dass die betroffenen Menschen zwangsläufig an keine Idealen mehr glauben, sondern sich einfach an die Gegebenheiten anpassen. Manche finden dabei einen Sinn, manche nicht…

Diese Entwicklung hat ihren Platz in der heutigen Weltgesellschaft und genießt ein gewaltiges Ansehen – so ist die Erfahrung vieler Zeitgenossen. Es wird hier nicht beurteilt, in welchem Fall eine solche gut und wann eher schlecht ist.

Es wird in diesem Blog eher das Gegenpol dieser Entwicklung als Richtwert genommen und angestrebt.

Das Ziel dieses Blogs ist, über Menschen, Projekte, Pläne, Visionen, Geschehnisse, etc. zu schreiben, die von einem Ideal angeleitet sind. Die Vision für diesen Blog stellt eine Art Pool dar – ein Pool mit Informationen für Idealistinnen und Idealisten – als eine Quelle der Begeisterung. Ein Pool, das die Leserinnen und Leser regelmäßig, vielschichtig und unabhängig darüber informiert, wie viel (idealerweise Gutes) in dieser Welt von Ideen initiiert, geleitet und mit ihrer Hilfe realisiert wird.

Beispiele für solche Beiträge sind denkbar viele: Eine lokale Menschenrechtsorganisation verteidigt ein Flüchtlingskind vor rassistischen Angriffen. Ein Social Enterpreneur spendet 5% seines Jahresgewinns einer Entwicklungshilfeorganisation in Afrika, ohne sein Logo auf ihren Veranstaltungen platzieren zu wollen. Studenten verbringen eine Woche im Hungerstreik vor der XY-Botschaft, um die entsprechende Regierung zur Beendigung eines militärischen Konflikts zu bewegen.

Kommentare sind willkommen.