Heldenmarkt in München

Letztes Wochenende besuchte ich die Veranstaltung Heldenmarkt in München, weil der Name offenbar etwas mit Idealisten zu tun hat:) und … fand es geil. Im Folgenden schreibe ich warum.

Idealisten auf Heldenmarkt
Blog Idealisten besucht Heldenmarkt in München

Auf der Fläche des MVG Museums in Giesing haben sich mehrere Heldinnen und Helden gesammelt, um sich und eigene Beiträge zu einer nachhaltigen Wirtschaft vorzuzeigen und natürlich für zukünftige Projekte zu werben. Es waren zirka 100 Aussteller dabei und ziemlich viele Besucherinnen und Besucher, was ich angenehm fand – Gutes Tun scheint doch irgendwie nicht ganz in Vergessenheit geraten zu sein.

Vertreten waren beispielsweise Firmen, die sich für Fair-Trade einsetzen und auf diesem Wege Textilien produzieren lassen. Ein Anbieter bedruckt zum Beispiel seine Textilien mit Kindermalerei aus Afrika, verkauft diese Textilien in Deutschland und fördert auf diesem Wege die Kids, die er im Rahmen seiner sozialen Projekte kennen gelernt hatte – finde ich genial!

Übrigens: unter den gebotenen „Klamotten“-Arten fand man auch Taschen, die nach Recycling-Verfahren erstellt worden sind und doch sehr modisch sowie attraktiv wirkten. Das ist auch ein ganz anderes Gefühl – muss ich sagen – wenn man eine Tasche in der Hand hält, die so viel „erlebt“ hat:) und dazu noch „handmade“ ist.

Ebenso gab es mehrere Bio-Nahrungsmittel-Anbieterinnen und Anbieter, wobei die Angebote von Kaffee über Milch, Kuchen, Müsli, Brotaufstrich jeglicher Art bis in die regionalen Brotsorten reichten. Auch bekannte Namen wie Fritz-Cola habe ich dort gesehen.

Sogar Literatur- und Möbel-Herstellerinnen und -Hersteller waren auf dieser noch vergleichsweise kleinen, doch schon sehr feinen Messe anwesend.

Ich habe in der Regel den Eindruck, dass Mehrheit dieser Helden irgendwie als eine „Randgruppe“, die „Ökos“ oder ähnlich betrachtet werden, wobei ich gestehen muss, dass bei vielen dieser Menschen der Auftritt schon ziemlich professionell wirkt. Nicht nur das. Auch die Geschäftsmodelle dahinter scheinen sehr wirksam und vor allem bodenständig aufgestellt zu sein. Also nicht nur Träumerei.

Man möge die Anwesenheit solcher Marken, wie beispielsweise BKK, GLS Bank, DriveNow, Naturstrom, UmweltBank sowie Süddeutsche Zeitung als eine Art Beweis für die Seriosität der Messe sehen.

Da ich mit einigen der Aufsteller in Gesprächen bin, kann ich sagen, dass sie eine gewisse Motivation haben, die nicht nur auf Profit-Jagd fußt. Einen Idealismus – würde ich sagen. Denn den Idealismus gibt es ja nicht. Ob dabei solche Werte, wie Heimat-Verbundenheit, Natur-Verbundenheit, Gesundheit, gesunde Ernährung, faire Arbeitsbedingungen (was sehr viel auch mit Menschenrechten zu tun hat), Förderung nachhaltiger Wirtschaft in der Region oder auch weltweit im Vordergrund stehen, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Wichtig ist, dass diese Menschen von diesen Werten – oder Ideen – angetrieben und bewegt werden. Es ist auch nicht schwer zu verstehen. Wenn man solche Werte lebt, will man bestimmten Mehrwert für sich und eigene Umgebung oder auch für die ganze Welt erreichen. Dieser Mehrwert kann sehr wohl auch emotionaler Natur sein. Gutes Gefühl, gutes Gewissen, das Gefühl, dass man für die Zukunft eigener Kinder das Richtige getan hat, innere Sicherheit, dass man eigenem Herzen folgte und genug Mut aufbrachte, um auch mal gegen Mainstream und Profit-Brainwash zu sein – das sind durchaus realistische Beispiele für einen nicht zu unterschätzenden emotionalen Mehrwert.

Ich möchte an dieser Stelle nicht sagen, dass Profit an sich schlecht wäre. Keinesfalls. Aber die eigene Existenz, eigenes Wesen, eigene Ganzheitlichkeit auf diesen zu begrenzen, wäre fatal. Man verpasst so viel!

Folglich ist Idealismus in diesem Sinne doch etwas Gutes. Ich glaube daran.

Ich war diese Woche auch auf einem Event, in welchem sehr viel über wirtschaftlichen Erfolg geredet wurde. Auch mit der Motivation

Mein Kind, ich habe immer getan, was ich wollte, und Du sollst es auch. Genauso wie ich. Hauptsache, dass Du glücklich bist“ wurde geworben.

Ich muss sagen: auch wenn es so natürlich attraktiv klingt, ist es nie ehrlich. Denn ich kenne keinen einzigen Menschen, der immer nur das getan hätte, was man will.

Das ist auch manchmal ganz gut so. Gut ist es, einzusehen, dass man in der Welt nicht die oder der Wichtigste ist, nicht die oder der Einzige. Nein, ich plädiere hier nicht für Sozialismus, sondern für Verständnis dessen, dass alle Menschen – egal wie unterschiedlich sie sind – doch global gesehen ähnlich und gleich wertvoll sind. Das ist schwierig. Schwierig, weil global. Und global in dem Sinne ist nicht mit menschlichen Augen zu sehen. Doch lassen wir hier lieber die Metaphysik beiseite.

Ganz praktisch: gegen eine Eintrittsgebühr in Höhe von acht Euro konnte ich auf dem Heldenmarkt nicht nur Bekanntschaften knüpfen, sondern auch einen Überblick über aktiv wachsende nachhaltige Wirtschaft in Deutschland (und Österreich) bekommen. Auch gute Print-Ausgaben aus dem Bereich – das beliebte Ziel von Sammlern auf Messen – konnte man kostenfrei mitnehmen. Nachfolgend stellte ich fest, dass manche der Ausgaben im Preis pro Stück teurer waren als die Eintrittsgebühr – gespart wird also auch.

Kurzum: die Messe ist echt eines Besuches wert! Weitere Informationen findet man bestimmt auf der folgenden Webseite: http://www.heldenmarkt.de/. Der nächste Heldenmarkt ist allerdings erst im September und etwas weit von München: Düsseldorf.

Unglaublich! Ich mache hier sogar kostenlose Werbung für sie:) Muss man echt verdient haben.

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